Biological
Patrick Baumüller, Peter Wehinger, Jernej Forbici, Marika Vicari, Eva Petric, Helga Gasser, Sissa Micheli
Text
24. 10. 2007 - 9. 11. 2007
Vernissage: Dienstag, 23. Oktober 2007, 19:00
Bio ist das Leben im allgemeinen Sinn, im speziellen verstehen wir darunter die Natur, Logical steht für die rationalen Kräfte des Menschen, aber auch für die „logische“ und doch unerwartete Reaktion der Natur auf die Eingriffe des Menschen. Logical hat somit eine zweifache und ambivalente Bedeutung, es beschreibt zum einen die geistigen Kräfte, das Denksystem des Menschen mit dem Schwerpunkt auf der Vernunft. Zum anderen erklärt es genauso die Reaktion der Natur als „logische Konsequenz“.
Patrick Baumüller
| 1969 geboren | in Biel in der Schweiz , lebt und arbeitet in Wien |
| 1993—2000 | Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, Linz |
| 1996 | Artists in Residence Programm in Rotterdam, Holland |
| 1998 | 3. Preis beim Kunst-Wettbewerb f. d. Ausstellung work&culture, OÖ Landesmuseum, Linz |
| 2004 | Innovationspreis des Landes Tirol, Arbeiten mit dem Werkstoff Holz, Congress Innsbruck |
künstlerische Arbeiten befinden sich in Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, und USA
„Deep Blue Peep“- die zweiteilige Installationvon Patrik Baumüller thematisiert einerseits die hohe Effizienz gegenwärtiger technischer Hilfsmittel zum Orten von Fischschwärmen und andererseits das Ausheben der letzten „Goldgruben“ der Fischereiflotten –
- z.B. der schwer zugänglichen Tiefsee.
Peter Wehinger
| 1971 | in Dornbirn, Vorarlberg geboren, lebt und arbeitet in Wien |
| 2005 — aktuell | Akademie der bildenden Künste, Wien (Monica Bonvicini, Peter Kogler) |
Nächste Generation
Restrukturiert und mutiert, verbunden mit einem hoch transformierbaren und anpassungsfähigem Material, lassen diese Figuren an die Herausforderungen einer neuen Zukunft angepasst erscheinen. Mit der Kombination von Knochen undPlastilin bringt Peter Wehinger Materialien zusammen, die sich üblicherweise nicht berühren und erinnert damit an die Vergänglichkeit des Seins und auch daran, dass die Überreste des einen, die Basis für die Entwicklung des nächsten sind.
Sessel
Neu- und Reorganisation von biologischem Material, kreative Nutzungsstrategien für natürliche Ressourcen und die sich doch immer wieder durchsetzende Überlegenheit und das darauf folgende Aufbegehren der Natur gegenüber den zivilisatorischen Bemühungen zur Domestizierung sind Themen, die Peter Wehinger mit seiner Arbeit „Sessel“ anspricht.
Jernej Forbici
| 1980 | geboren in Ptuj, Slowenien lebt und arbeitet in Ptui (Slo) und Venedig (I) |
| 1999—2000 | College for Visual Arts in Ljubljana, con prof. Darko Slavec, Silvester Plotajs Sicoe e Darko Birsa. |
| 2000—2005 | Accademia di Belle Arti di Venezia con prof. Carlo Di Raco |
Forbici konfrontiert uns mit einer Vorstellung von Zukunft, die auf einer gedankenlosen Ausplünderung der Ressourcen der Welt basiert. Es ist die Vorstellung eines untragbaren Zustandes, in dem der Mensch sich bald wieder finden wird. Seine Arbeit ist ein Aufbegehren gegen die größten Illusionen des modernen Menschen: die Vorstellung einer Natur als dem reinen Objekt, gefolgt von der Idee ihrer Beherrschung durch Technik.
Marika Vicari
| 1979 | geboren in Vicenza ,Italien,lebt und arbeitet in Venedig |
| 2003 | Abschluss an der Akademie der Bildenden Künste, Venedig (Meisterklasse von Carlo di Raco) |
| 2006 | post-graduate Studium an der Fakultät für Design und Kunst, Venedig |
Die Bäume und mit ihnen die Natur sind die Gegenstände der gegenwärtigen Arbeit und stellen den psychischen und physischen Zustand der An- und Abwesenheit des Menschen dar. Es handelt sich um das Zeichnen mit dem Blick auf die Messungen. Es ist eine Untersuchung des Elementes Licht, als eine mögliche Komponente die Naturphänomene, Grund der Schönheit der Erde und konstitutiven Anhaltspunkt der Materie zu beschreiben.
Eva Petric
| 2002 | Abschluss an der UN International School in New York City mit Schwerpunkt Kunst |
| 2005 | Abschluss cum laude in Psychologie und Kunst an der Webster University, Wien |
Eva Petric Arbeit „Attitude of Chemistry,“ ermöglicht den Blick auf den Ausschnitt einer Geschichte über ein kleines Mädchen, das sich nicht für schnelles Glück mit einer Imitation dessen zufrieden gibt, sondern nach Geborgenheit strebt, da es davon überzeugt ist, dass diese es zu wahrem Glück führen wird, es warnt uns vor den schädlichen Einflüssen der Umweltzerstörung auf die Psyche der Menschen – eine Tatsache, der bis heute zu wenig Beachtung geschenkt wurde, selbst in der Ökoszene. Es beleuchtet und erweitert das alte griechische Sprichwort von einem gesunden Geist in einem gesunden Körper zu Menschen, gesund an Körper und Geist in einer gesunden Umwelt.
Sissa Micheli
| 1975 | geboren in Bruneck ,Italien,lebt und arbeitet in Wien |
| 1994—2001 | Angelistik und Romanistik, Universität Wien |
| 2000—2002 | Diplom an der Schule für künstlerische Photographie, Wien |
| 2002—2007 | Akademie der bildenden Künste, Wien |
| 2003 | Meisterschulpreis der Akademie der Bildenden Künste, Wien |
| seit 2003 | Gemeinsame Projekte mit der Schule für künstlerische Fotografie „Reflexe“, Paris |
| seit 2005 | Mitglied von YPU (Young Photographers United) |
Seit 2003 produziert Sissa Micheli fotografische Bildessays, in welchen sie das Thema der Selbstinszenierung in Darstellungen von Erinnerungen, Reisen und Träumen umkreist. Wie Filmstills aus einem Kurzfilm reihen sich die Bilder zu einer Geschichte aneinander. Zwischen den einzelnen Bildern oder Filmkadern ist auf der narrativen Ebene für den Betrachter genügend Platz, damit dieser ihn wiederum mit Stills aus seinem eigenen Gedankenfilm füllen kann.
Helga Gasser
| 1979 | geboren in Villach, lebt und arbeitet in Salzburg |
| 1997—2003 | Studium am Mozarteum in Salzburg in der Klasse für Grafik bei Prof. Herbert Stejskal |
| seit 2001 | Arbeit in der Grafischen Werkstätte im Traklhaus, Salzburg |
Helga Gasser richtet ihren Blick auf das Thema nach Innen. Sie forscht im Nahe liegenden auf der Suche nach der Natur im allzu Menschlichen. Entstanden sind ironische Nahansichten unserer Kreatürlichkeit.
Sie sagt:“ Ich bin keine Greenpeace-Aktivistin und möchte auch keine Lieder mit dem Text Die Erde ist freundlich, warum wir eigentlich nicht singen – aber es wäre ein schöner Titel für eine Bilderserie.“
